Misteln am Baum

Misteln werden mit den Kelten in Verbindung gebracht und dafür gibt es gute Gründe. Es war offenbar eine wichtige Pflanze.

In dem Roman “Unsere Götter waren noch nie so stark!” kommen selbstverständlich auch die Misteln vor, wenngleich nicht so häufig, wie man es aus anderen Erzählungen über die Kelten und die Druiden kennt. Diese Verbindung beschreibt bereits der antike Schreiber Plinius. Obwohl er kein Zeitgenosse war, geht man davon aus, dass die Erzählung zutreffen könnte. Er beschreibt in seinem Text nicht nur die Wichtigkeit der Schmarotzerpflanze, sondern auch wie sie zeremoniell geerntet wurde.

Misteln am Baum

Misteln am Baum

Abbild des Fürsten vom Glauberg

Abbild des Fürsten vom Glauberg. Quelle: Wikipedia

Die Druiden halten nichts heiliger als die Mistel und den Baum, auf dem sie wächst, sofern es eine Eiche ist. Schon um ihrer selbst willen wählen sie Eichenhaine und sie verrichten keinen Kult ohne deren Laub und daher scheinen sie auch nach der griechischen Bezeichnung benannt worden zu sein. Denn alles, was daraus hervorwächst, halten sie für vom Himmel gesandt und für ein Zeichen, dass der Baum vom Gott selbst erwählt sei. Die Mistel ist jedoch ziemlich selten zu finden, und wenn sie gefunden wird, so wird sie mit großer Feierlichkeit geerntet, insbesondere am sechsten Tag des Mondes (womit bei den Kelten die Monate und Jahre beginnen) und nach dem dreißigsten Jahr eines Zeitabschnittes, weil sie dann Kräfte im Überfluß hat und nicht nur die Hälfte. Sie nennen sie in ihrer Sprache “Allheilmittel”. Sie bereiten nach dem Ritus unter dem Baum ein Opfer und Opfermahl vor und führen zwei weiße Stiere herbei, deren Hörner bei dieser Gelegenheit das erste Mal bekränzt werden. In weißem Kultgewand besteigt der Priester den Baum und schneidet die Mistel mit einer goldenen Hippe ab. Man fängt sie in einem weißen Wolltuch auf. Endlich schlachten sie die Opfertiere, wobei sie beten, dass der Gott seine Gabe jenen, denen sie Teil wird, zum Glück ausschlagen lasse. Sie glauben, dass durch Mistelabsud jegliches Unfruchtbare Tier fruchtbar werde und dass er ein Gegengift gegen alle Gifte sei.” (Plinius.nat. 16, 249ff.).

 

Update: Dieses Zitat bezieht sich auf ein Ritual südlich der Alpen. Ob es nördlich der Alpen ebenfalls durchgeführt wurde, ist unklar.

Der Fürst vom Glauberg hatte eine Kopfbedeckung, die mit Mistelblättern verziert war. Er vereinte wohl die Stellung eines Druiden mit dem eines Fürsten. Solche Amtsvereinigungen kommen auch im Roman vor, wofür ich die Wörter “Drurix” und “Drumaros” erfand. Die ungleiche Form der Blätter, die für die Mistel typisch ist, ist eindeutig auszumachen. Diese Asymmetrie war den Kelten (aber auch den Germanen) ein Zeichen der Magie.

In der keltischen Sprachwelt heißt die Mistel übrigens Amistrum und bedeutet sinngemäß “Allheilmittel”. Für die Mistelernte muss man aber wohl eine bestimmte Eichenart genutzt haben, um diese bestimmte Mistelart zu erhalten.

Ob die Kelten sie nur zu kultischen Handlungen eingesetzt haben oder sie eine Heilwirkung darin sahen, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Sie soll als Heilmittel bei Vergiftungen genutzt worden sein. Vielleicht dienten ihre Beeren auch – wie bei den Römern – als Leim, um Vögel zu fangen.

Heute weiß man, dass die Mistel durch ihre Inhaltsstoffe (Thionine und Lektine) eine leicht giftige Wirkung hat, aber sie wird auch als Heilpflanze gehandelt. Sie soll die Durchblutung fördern und sie wird sogar für die Krebsforschung untersucht, was aber umstritten ist. Unüberprüft ist die Wirkung bei Asthma, Bluthochdruck, Durchfall, Epilepsie, Husten und Nervosität.

Die Giftigkeit der Pflanze lässt auch den Schluss zu, dass man damit eine Art Trance erreichen kann. Das ist aber nur ein Gedankenspiel. Ich habe das weder ausprobiert, noch würde ich dazu raten. Aber auch Fliegenpilze verursachen durch die Vergiftungserscheinungen Sinnestäuschungen respektive einen Rauschzustand.


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Ich bin Cobromaro, Schüler des Attrebcottus - des großen Druidenmeisters und Kenners des Ululators. Ich wurde von den Göttern berührt. Ich bin Druide, Vates, Drumaros, Bezwinger von Rom, Kenner der Heilgewächse im Namen von Epona, Offenbarter der Macht des Sonnengottes Lugh, genannt Feuerlehrling, Kenner des Geheimnisses des Gottes Taranis und schreibender, gottloser Philosoph.

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