Was bisher bei ‘Der Wunsch‘ geschah:

Teil I – Der verwunsche Wunsch

Teil II – Nev brechtu, Druid! Cluto-Cluto Urtucis

Teil III – Jugendlicher Wahn

Teil IV – Im Angesicht des verfluchten Wunsches

Teil V – Halloween 2021

Teil VI – Druide Abancos und Kaiser Konrad II

Teil VII – Der Firk

Teil VIII – Die Geheimnisse des Stadtarchivs

Teil IX – Des Grafen grausames Geschäft

Teil X – Die Leiche für den Firken

Teil XI – Düstere Ahnung

Das Happy End ist perfekt. Dagos und Kendra heiraten wieder und Silke ist glücklich darüber ihren Sohn gerettet zu haben. Die polizeilichen Ermittlungen verlaufen im Sande – es war rundum ein Erfolg. Alle verarbeiten die Erlebnisse anders. Als Kendra ihren Bericht für die Chroniken zusammenfasst, ruft sie sich den Satz des Firken ins Gedächtnis. Ein schrecklicher Übersetzungsfehler könnte die heile Welt in Abrede stellen. Kendra geht dem Verdacht nach und fürchtet die Konsequenzen, wenn sich dieser zu bewahrheiten droht.

Teil XII – Der tödliche Irrtum


„Hallo Kendra! Welche Ehre, zum Jahrestag von Dir zu hören. Ich dachte schon, ihr habt mich vergessen. Der See ist auch in diesem Jahr wieder schön vernebelt“, plappert der Stadtarchivar von Waller, Daniel Gutten, in sein Telefon, als Kendra ihn anruft. Doch Kendra unterbricht ihn barsch: „Daniel. Nur kurz. Bitte entschuldige aber … Daniel, wann ist der Graf Georg III. gestorben? Und wie?“

Etwas perplex weiß Gutten gar nicht, wo er anfangen soll und schnaubt.

Kendra ruf Dagos herein, um Guttens Antwort zu hören: „Der Graf Georg III. starb zu Halloween ein Jahr nach dem Vorfall. Er soll eine Reihe von Soldaten gemeuchelt haben, bevor er selbst einem grausigen Tod zum Opfer fiel.“

„Oh Gott. Ein Jahr später zu Samhain. Danke Dir, Daniel. Ich fürchte, ich habe da was rausgefunden. Ich … Ich rufe Dich gleich noch mal an. Bitte entschuldige“, sagt Kendra und legt auf.

„Ich versteh nicht ganz. Kendra, warum hast Du aufgelegt?“, fragt Dagos, der es immer noch nicht begreift. Deshalb führt Kendra die Fäden für Dagos zusammen: „Der Graf, der den Firken täuschte, starb genau ein Jahr später – zu Halloween. Auch der Druide Trastos verschwand zu Samhain 1531. Ist das Zufall? Und zu Deiner Erinnerung: Heute ist es ein Jahr her!“

Kendra bricht augenblicklich in Tränen aus.

„Jetzt beruhige Dich erst mal. Das ist doch gar nicht gesagt“, versucht Dagos Kendra zu beruhigen, obwohl ihm selbst etwas mulmig wird. „Heute ist die erste Samhain-Nacht, aber der Puca oder Firk wird erst in 490 Jahren zurückkehren. Dann darfst Du die Pferde scheu machen, okay?“


Ihre Tränen trocknend beruhigt sich Kendra wieder und mit der Aussicht auf ein leckeres Essen, bessert sich auch die Stimmung der beiden. „Wir werden ein geisterfreies und langweiliges Samhain erleben, wie wir es all die Jahre zuvor verflucht haben. Weißt Du noch?“, fragt Dagos und löst in Kendra eine Wonne der Heimeligkeit aus. Dagos geht in die Küche.

Beruhigt legt sie das Telefon aus der Hand und setzt sich an den Esstisch. Klassische Jazzklänge fachen die Vorfreude auf das romantische Dinner an. Kendra hört ihren Dagos aus dem Garten rufen und wundert sich, wie dieser unbemerkt an ihr vorbeikommen konnte. Mit einem scherzhaft-bissigen: „Willst Du jetzt von mir wissen, was das Basilikum ist, oder was?“, geht sie zur Tür hinaus und steuert die Gewürzplantage hinter dem Haus an.

Dagos kommt mit dem ersten Gang aus der Küche zurück. Er konstatiert: „Der erste Gang ist eine duftende Kürbissuppe“ und stellt die Schüssel vor Kendra hin. Dagos gibt einen erheiternden Schmatzer des im Mund zusammengelaufenen Wassers zum Besten und hofft, in ein glückliches Gesicht zu blicken. Doch Kendras Blick ähnelt dem, den sie kurz vor der Scheidung immer wieder anschlug. Der vorwurfsvolle Blick, der kein Erbarmen und keine Entschuldigung kennt. Der Blick, der das Ende der ersten schönen Zeit einläutete. Zitternd stellt Dagos die Suppenschüssel hin, als Kendra die wohlbekannten Worte sagt: „Wir müssen reden!“

Dagos animiert ihr Mitleid, doch der Blick bleibt unerbittlich.

„Ich verlasse Dich. Du bist so ein Versager. So ein Versager, ich kann Dir gar nicht sagen, wie sehr Du mich anwiderst. Ich habe eh schon längst einen Anderen. Der hat wenigstens etwas in der Hose und verdient einen Haufen Geld. Du bist eben ein Versager und dumm! Niemand könnte Dich lieben, Du bist nur ein Blindgänger.“

Dagos nähert sich ihr mit schluchzender Miene und den Augen voller Flehen. Selbst seine Stimme bibbert ob der vernommenen Worte. Es ist ihm wie ein Scherz als sie aufsteht, nach einem Messer greift und auf ihn zu schreitet.

„Ich will die Scheidung, Du Flasche!“, brüllt Kendra ihn an.

Er fühlt sich bestätigt in dem Glauben an einen Witz, doch mit der sich nähernden Klinge wird es Dagos allmählich unheimlich. Als sie zusticht, ist Dagos sicher, dass es kein Scherz ist.

Ungläubig und geschockt über den zweiten Stich, kann er sich nicht mehr wehren und bricht nach weiteren von dem großen Messer zugerichteten Verletzungen zusammen. Dagos wundert sich, dass die Stiche nicht schmerzen und starrt sie am Boden liegend an. Noch immer begreift er nicht in vollem Umfang, wessen er gerade Zeuge wird. Seine Gedanken kreisen um dem Rat seines Vaters, dass man auch mal auf den Tisch hauen muss. Doch die Gelegenheit verstreicht zu schnell und beklagenswerterweise war es auch noch die letztmögliche? Dagos versteht endlich, dass ihm sein Stündchen geschlagen hat. Doch der letzte Sinneseindruck, den er mit auf seine Reise in die Ewigkeit nehmen wird, ist Kendras Satz: „Du bist ein Versager“, dem ein aufheulendes und fremdklingendes Lachen nachfolgt.

Aufgeschreckt durch die seltsamen Stimmen, rennt Kendra in die Stube des Hauses. Ein seltsames Gefühl beschleicht sie, das sich erhärtet, als sie eine fremde Person über der blutüberströmten Leiche ihres Dagos stehend sieht.

Der finstere Blick mit diesen falschen Augen. Die dunkle Erscheinung, die für einen tachioskopischen Augenblick ihre Form verändert und sich aufzulösen scheint. Noch bevor Kendra realisiert, dass sie sich selbst ins Angesicht schaut, versteht sie, dass der Puca wieder in der Welt ist. Erst zuletzt realisiert Kendra das tropfende Tatmesser in der Hand ihres Gegenübers.

Der Schock über diese Situation währt nur kurz. Sie holt sich in die Realität zurück, als der Puca seine Gestalt geändert hat. Nicht ihr Duplikat steht nun mit dem Messer in der Hand vor Kendra, sondern Dagos. Der formwandelnde Puca hat die Gestalt ihrer Liebe angenommen und saugt an ihrem toten Ehemann. Kendra greift zu einer Tischlampe von einigem Gewicht, um sich zu bewaffnen.

Mit einem seltsamen Lachen fordert der Puca in Gestalt von Dagos Kendra auf: „Bitte, stell die Tischlampe wieder hin. Bist Du verrückt geworden? Wieso tust Du das?“

Kendra versichert sich ihrer Meinung mit einem Blick auf den leblosen und ausgelaugten Körper dessen, was vor Minuten noch ihr Mann war.

„Ich erkenne Dich. Du bist es, Firk oder Puca?“, offenbart Kendra ihr Wissen.

Der Firk in Form ihres toten Mannes schüttelt sich vor Lachen: „Ich wusste, Du bist die wahre Druidin. Jetzt spreche ich Eure Sprache. Ich lerne schnell, nicht wahr?“

Kendra kommt augenblicklich auf den Punkt: „Du bist weit vor Deiner Zeit, Du darfst erst wieder in 490 Jahren in unsere Welt kommen! Wieso bist Du hier? Wie kannst Du hierherkommen?“

Kendra gibt sich große Mühe, nicht wütend in Tränen auszubrechen. Der Puca findet Gefallen an ihrem Interesse und antwortet: „Du hast wohl den Vertrag vergessen, Druidin? Ich muss dem klagendsten Menschen in der Zeit, da Jupiter und Saturn im Sternbild des Steinbocks stehen, einen Wunsch erfüllen. Und ich darf dafür etwas verlangen. Alle 491 Erdenjahre. Aber ich bin selbstverständlich jedes Jahr zu Halloween in der Lage, Euch besuchen zu kommen.“

Der Puca in der Gestalt von Dagos lächelt über die Erinnerung zu manch verbrachter Stunde in dieser Welt. Dann verfinstert sich seine Mimik wieder: „Doch ihr habt den Vertrag gebrochen, weil ihr meine Forderung nicht erfüllt habt. Also darf ich alle holen, von denen ich weiß. Und ich kenne Dich. Schließlich muss das Spiel ja auch mal ein Ende haben.“

Eine Berührung genügt und Kendra fühlt, wie das Leben ihren Körper verlässt.

Silke denkt nur ungern an das zurück, was vor einem Jahr geschah. Es ist eine ungesunde Mischung aus Scham und Trauer, die ihr dabei entgegenschlägt. Sie beschließt schon am Morgen, dass sie nicht daran denken wird.

Ihren Sohn parkt sie in diesem Augenblick vor dem Fernseher, damit sie sich in Ruhe der Bezahlung aller Ausgaben widmen kann. Seit dem Tod ihres Mannes liegt ein wirtschaftlicher Abschwung hinter Silke. Die Kosten für das Haus sind langfristig unbezahlbar, weswegen es eine finanzielle Lösung braucht.

Mit Schmerzen im Bauch denkt Silke Eichmann an die hohe Summe, die sie dem Ehepaar Dagos bezahlte. Sicherlich war sie dankbar für die Hilfe, doch das Geld könnte sie nun selbst auch gut gebrauchen.

Silkes Blick richtet sich aus dem Fenster. Die Dämmerung legt ihren nächtlichen Schatten auf das Land und der Nebel, dem Silke seither möglichst aus dem Weg geht, verschleiert die Felder. Sie macht sich immer wieder klar, dass es nur Wasserdunst ist. Sie starrt ängstlich in das Grau des Nebels, um sich das zu vergegenwärtigen. Eine geisterhafte Erscheinung, deren Bewegung Silke auf dem Feld vor ihrem Fenster bemerkt, löst ihren Blick vom Nebel. Doch die visuelle Prüfung ergibt nichts. Es ist nur kurz ein Gefühl, das eine Gänsehaut auslöst. Ein kalter Schauer, der aus dem Nacken kommt und den gesamten Körper binnen einer Sekunde durchströmt.

Hektisch laufen Silkes Augen die Felder nach Bewegung ab, doch sie erkennt nichts Außergewöhnliches. Gerade als sich ihr Puls wieder beruhigt, erblickt sie doch etwas auf dem Feld. Es ist nur schemenhaft zu erkennen, da es durch den Nebel verdeckt ist. Sie fokussiert diesen Bereich und stellt fest, dass dort tatsächlich eine Person über das Feld geht.

Silke erkennt das Gesicht nicht, die Kleidung jedoch erinnert sie an ihren verstorbenen Mann Frank. Auch der Gang dieser Person erinnert sie an ihren verstorbenen Mann Frank. Silke erschaudert so sehr, dass ihr wieder die Haare zu Berge stehen. Die Person verschwindet wieder im Nebel. War es nur eine Wahnvorstellung? Nichts deutet mehr auf eine fremde Person auf dem Feld hin.

Die Angst manifestiert sich in Herzrasen, schwitzigen Händen und beschleunigter Atmung. Mit geweiteten Augen prüft sie die Felder nach Auffälligkeiten. Sie geht zum Fenster und starrt in die Welt. Sie beschließt, es als Trugschluss abzutun, genau wie vor einem Jahr.

Sie hat es den ganzen Tag verdrängt, aber es braucht nur einen seltsamen Vorgang, um es wieder ans Tageslicht zu zerren. Der Wunsch und der Firk breiten sich in den Gedanken aus und Silke wendet sich ab, um ihre Gedanken vom Firken zu befreien. Nur noch ein letzter prüfender Blick soll ihr Sicherheit geben. Da knallt mit einem lauten Schlag das entstellte Gesicht ihres toten Mannes, wie sie es vor einem Jahr deutlich vor sich sah, gegen das Fenster und ist noch in derselben Sekunde verschwunden. Doch die Haare, wie sie vor einem Jahr auf dem Sofa liegen blieben, schweben in der Luft. Sie schaut auf den Boden, ob da was liegt. Auch hier liegen diese seltsamen Haare herum. War es ein Vogel oder ein anderes Tier, das gegen das Fenster prallte?


Die Gedanken an den Horrorfirken und die Erlebnisse werden durch einen Aufschrei ihres Sohnes ersetzt. Dem folgt ein Satz, mit dem sie immer wieder konfrontiert wird: „Schau mal was mit dem Klima passiert bis ich so alt bin wie Du. Das wird …“

Silke versteht das Anliegen der jungen Generation grundsätzlich schon, nur verstehen sie eben nicht, dass das nicht so einfach ist. Auch wenn Silke selbst nicht weiß, warum das nicht so einfach ist, hat sie das oft genug gehört, um es als maßgebliche Meinung zu verifizieren. Daher ist Silkes Bedarf an diesen Diskussionen gedeckt. Zumal sie sich um wichtige Dinge, wie die Haushaltskasse, kümmern muss.

Normalerweise halten die Anklagen einige Sätze an und das abrupte Ende des zuletzt Gesagten geleitet Silkes Gedankenwelt zurück zu der schaudernden Vorstellung an den Firken.

Silke springt auf und schaut nach ihrem Sohn, der regungslos vor dem Fernseher sitzt.

„Was ist denn?“, fragt Silke ihren Ben, der aber keine Anstalten unternimmt, zu antworten. Seine Haare wirken so seltsam wackelig. Isst Ben vielleicht gerade etwas?

Ein anderer Verdacht steht im Raum, der nach Silkes Einschätzung jedoch unmöglich sein kann. Dieser Verdacht treibt ihr die Tränen in die Augen. Silke beschleunigt ihren Gang, obwohl sie umdrehen möchte. Sie ergreift die Schulter ihres Sohnes, der ihr mit dem Rücken zugewandt ist.

Schon als sie den Knochen spürt, ist es ihr klar. Alle Zweifel fallen, als sie den leergesaugten Ben mit seinen aufgerissenen Augen visiert. Die nackte Panik steht Silke im Gesicht und jagt ihren Puls sprunghaft nach oben.

Der Schock sitzt zu tief, um sich zu bewegen oder nur die Augen von dem leeren Körper ihres Sohnes zu nehmen. Ben verfügt über denselben Blick, den ihr Mann an jenem Schicksalstag vor einem Jahr hatte. Silkes Herz ist der Explosion nah und der Gram über den Tod ihres Kindes lässt sie in die Knie sinken. Sie begreift, dass sie nur Zeit gewonnen hatte, aber der Firk würde sie jetzt holen kommen.

Eine donnernde Stimme durchbricht ihr Schluchzen. Es ist die Stimme ihres Mannes Frank, der sie anschreit. Seine angestrengten Tonbänder verleihen seinem dauernden Schreien eine vibrierende Note, die im gelegentlichen Überschlagen gipfelt: „Weißt Du, ich bin maßlos von Dir enttäuscht, Silke! Ich erfüllte Deinen Wunsch und Du betrügst mich.“

Silke flüchtet aus dem Zimmer in die Küche. Sie bewaffnet sich mit einem Messer, das sie aus dem Block zieht. Sie schaltet überall das Licht an und prüft alle einsehbaren Ecken des Raums. Es ist still. Keine Grille zirpt, kein Frosch quakt, kein Auto fährt vorbei und auch innen ist nichts zu hören. Es ist seltsam still.

Vielleicht, so kennt sie es aus zahlreichen Filmen, ist der Geist an das Haus gebunden. Silke beschließt, sich hinaus zu schleichen. In gebeugter Haltung geht sie geräuschlos zur Tür. Vorsichtig umfasst sie die Türklinke, die sie langsam drückt. Es gelingt ihr, die Tür einen Spalt zu öffnen, sodass sie hinausschlüpfen kann. Sie steht vor dem Haus und schließt die Tür lautlos.

Etwas beruhigter über diesen Erfolg blickt sie in Erwägung des weiteren Plans auf den Platz vor ihrem Haus. Das Dunkel der Nacht hat sich fast gänzlich über die Menschen gelegt, nur der Nebel auf dem Hof schimmert vom Licht der Straßenlaterne.

Silke wiederholt ihre rituelle Gewohnheit des tiefen Einatmens, bevor sie sich im Dunkel der Nacht verstecken will.

Der Atemzug fühlt sich aber nicht befreiend an. Als würde Silke staubigen Rauch einatmen, füllen sich ihre Lungenflügel auf unangenehme Weise. Ihr Blick fällt auf eine Nebelsäule, die wie ein Miniaturwirbelwind den Nebel in sie hineinpumpt.

Silke will ausatmen, doch es gelingt ihr aus einem rätselhaften Grund nicht. Der Staubrauch in der Lunge legt sich wie der Nikotinteer eines 80-jährigen Kettenrauchers über die Bläschen, die den Austausch der Luft einstellen.


Silke fühlt ein Ziehen und ein Drücken gleichermaßen. Sie kann nichts tun, sie steht da und atmet nicht. Allmählich beginnt ihr die Luft auszugehen. Silke bekommt einen roten Kopf. Sie würde am liebsten Schreien, doch sie kann nicht. Sie würde gerne Schluchzen, aber nur Tränen rinnen über ihre Wangen. Sie will etwas tun, aber es bliebe ihr nur, sich die Lungen herauszureißen. Es gibt kein Entkommen. Silke bleibt nichts. Die Dämmerung im Kopf setzt ein und Silke sackt einfach zusammen. Ein Nebelstrahl verlässt Silkes leere Körperhülle und löst sich im Nebel der Umgebung ins Unsichtbare auf.

Gutten sitzt an seinem Schreibtisch im Stadtarchiv, den er sich so hingestellt hat, dass er den Stadtsee immer gut im Visier hat. Er wartet auf den versprochenen Anruf von Kendra. Sie wollte sich doch gleich wieder melden. Gutten würde ja anrufen, aber er weiß, es gehört sich nicht, so ungeduldig zu sein. Daher schreibt er weiter an einem Buch über die Legende des Kobolds Firk. Ein befreundeter Verleger ist überzeugt, ein Buch, das mit der authentischen Geschichte verkauft wird, wird ein Bestseller. Die Tantiemen an dem Machwerk sind längst ausgehandelt. Schließlich soll es auch ein Interview mit der Oberschwäbischen Zeitung sowie in ein paar überregionalen Druckerzeugnissen geben. Gutten ist sich sicher, das Buch wird sein großer Durchbruch in der Gesellschaft der schwäbischen Historienfreunde.

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Ich bin Cobromaro, Schüler des Attrebcottus - des großen Druidenmeisters und Kenners des Ululators. Ich wurde von den Göttern berührt. Ich bin Druide, Vates, Drumaros, Bezwinger von Rom, Kenner der Heilgewächse im Namen von Epona, Offenbarter der Macht des Sonnengottes Lugh, genannt Feuerlehrling, Kenner des Geheimnisses des Gottes Taranis und schreibender, gottloser Philosoph.

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